Remote Work als effektive Ergänzung

26 % aller Mitarbeiter arbeiten derzeit wegen Corona ausschließlich im Home-Office. Zwei Drittel davon möchten dies auch nach der Krise zumindest teilweise beibehalten. Erste Auswertungen zeigen: Bei passenden Voraussetzungen ist ein sehr effektives und zeitsparendes Arbeiten möglich.

 

16. Juni 2020


In dem Online-Seminar „Distance Leadership“, das von den saaris-Projekten DNS (Demografie Netzwerk Saar) und CSR (Corporate Social Responsibility) initiiert wurde, sprachen zwei erfahrene Führungskräfte saarländischer Unternehmen über die Remote - Arbeit in ihren Teams während der Krise, über Herausforderungen, Grenzen und positive Erfahrungen. Bei der Saarbrücker Ergosign mit fast 200 Mitarbeitern an sechs Standorten wurde schon vor Corona Remote gearbeitet. Arbeiten, in denen eine hohe Konzentration gefordert ist, werden und wurden gern und häufig im Home-Office erledigt. Für kollaborative und kreative Arbeiten steht das Büro zum Austausch und Brainstorming zur Verfügung.

 

Ergosign: Gestärkter Zusammenhalt nach der Krise

Ab dem 12. März dann das plötzliche 100-prozentige Remote - Arbeiten: „Wichtig war die offene und vor allem ehrliche Kommunikation, sowohl innerhalb des Teams als auch zwischen den Hierarchien. Regelmäßige Angebote zum Dialog, das Vertrauen, dass trotz widriger Umstände gute Arbeit geleistet wird, Transparenz, um die wirtschaftliche Unsicherheit der Mitarbeiter zu dämpfen und die Struktur eines normalen Arbeitstages sind DIE Erfolgsfaktoren“, so Sebastian C. Scholz, Head of People & Talent und Standortleiter München. Fragt man ihn nach den Lehren aus der Krise; sieht er einen gestärkten Zusammenhalt im Unternehmen, sowie eine höhere Empathie der Führungskräfte für die Situation der Mitarbeiter. Aber: Alles ginge dann doch nicht über Remote. Das persönliche Gespräch könne nicht ersetzt werden.

 

Ha-Ra: Wertschätzung auch digital möglich

Markus Hölle von Ha-Ra arbeitet mit seinen 50 festen Mitarbeitern und 2500 selbstständigen Beratern ebenfalls schon lange teilweise im Remote – Modus. Seine Herausforderung während der Krise: „Wir mussten in kürzester Zeit Weiterbildung und Trainingseinheiten komplett auf digital umstellen. Ebenso die für unser Geschäft wichtige persönliche Kundenbetreuung. Das hat funktioniert“. Eine offene, transparente Unternehmenskultur sei bei Ha-Ra Standard. Trotzdem wurden die Kommunikationsaktivitäten durch intensiven Austausch und Videonachrichten seitens der Geschäftsführung erhöht.“ Dafür wurden alle möglichen Kommunikationskanäle genutzt. Wertschätzung der Mitarbeiter sei ein weiteres Plus beim Thema Arbeitgeberattraktivität, das jetzt auch digital funktioniert.“ Wir stellen immer wieder den Erfolg und die Relevanz jedes Einzeln heraus und bedanken uns mit kleinen, symbolischen Geschenken“. Hölle sieht das Home-Office mit seinen positiven Aspekten als tolle Ergänzung, aber nicht als alleinige Lösung. Da fehlt einfach der persönliche Kontakt.

 

Ausblick: Corporate Social Responsibility im Kontext von Remote Work

In einem Ausblick gab das saaris - Team den Teilnehmern noch einige Ideen mit auf den Weg, wie eine Arbeitsplatzgestaltung im Rahmen der Corporate Social Responsibility im Remote - Arbeiten aussehen könnte: Zunehmende digitale Lerninhalte, soziale Bindungen, klare Strukturen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das Lehren und Lernen zwischen den Generationen, Mitarbeiterbeteiligung bei der Entwicklung des Unternehmens sowie Unterstützung bei der wichtigen Work – Life - Balance. Mit einer solchen Unternehmenskultur könne Arbeitgeberattraktivität und damit die eigene Fachkräftesicherung einen großen Schritt vorankommen.