KÜS: Von der Überwachungsorganisation zum Full-Size-Dienstleister

Das Branchenforum Automotive von IHK und saaris besuchte die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V., kurz KÜS. Mit ganz eigenen Strategien bereitet sich diese auf die Herausforderungen der Zukunft vor.

 

10. September 2018


Lange vor dem Saarland-Slogan „Großes entsteht immer im Kleinen“ handelte die in der dritten Generation arbeitende KÜS auf genau diese Weise und bestätigt das saarländische Motto heute, 38 Jahre nach ihrer Gründung und 27 Jahre nach dem Einstieg in die gesetzliche Fahrzeugüberwachung, mit einem erfolgreichen gesunden Wachstum. „Was muss ich tun, um zukunftsfähig zu bleiben? Was will ich? Was wollen die Kunden? Mit diesen drei Fragen entwickelten wir die Bundesgeschäftsstelle in Losheim immer weiter und stehen jetzt, sehr gut auf die Herausforderungen der Automobilbranche vorbereitet, da“, so Geschäftsführer Peter Schuler. 10 000 Standorte für Hauptuntersuchungen und heute 4,5 Millionen Fahrzeuguntersuchungen pro Jahr. Mit diesen Zahlen hat der Geschäftsführer allen Grund, optimistisch nach vorne sehen. Gestartet ist der damalige Einmannbetrieb Anfang der 90-er Jahre mit 6000 jährlichen Untersuchungen. Die „Sandwich-Position“ zwischen Kunden, Konkurrenten und Behörden forderte immer wieder neue Anpassungen an Gesetze, Marktbedingungen und Bedürfnisse der Kunden. Ein Trend zu verschlafen, das hätte in der Vergangenheit das Aus bedeuten können, so Schuler.

 

KÜS entwickelt Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft

Neue Anforderungen und Weiterentwicklungen, immer im Hinterkopf, den Kunden und Partnern einen weiteren Mehrwert bieten zu können, wuchs KÜS kontinuierlich und steht heute gemeinsam mit TÜV und DEKRA unter den Großen der KFZ-Überwachungsorganisationen und mit einem Marktwert von über 10%. „Der Markt erwartet mehr als Überwachen“, so Schuler. Autonomes Fahren, Digitalisierung, die Herausforderungen der Zukunft, dafür entwickelt KÜS Lösungen. So entstanden in den letzten Jahren fünf Tochter-Unternehmen. Ein modernes Test- und Prüfzentrum für Hersteller und Zulieferer, ein eigenes großes Rechenzentrum, eine Aus- und Weiterbildungsakademie, ein Rundum-Sorglos-Paket für Werkstätten, eine eigene Werbeagentur, um nur einige Beispiele an Meilensteinen zu nennen. Sie alle sollen den 1400 Prüfingenieuren der KÜS in ganz Deutschland und auch anderen externen Kunden Unterstützung bieten. Autonomes Fahren sieht Peter Schuler noch in fernerer Zukunft, beschäftigt sich aber schon jetzt intensiv mit der Thematik: „Derzeit werden Kontroll- und Managementsysteme für Assistenten im Auto entwickelt. Wir sind frühzeitig dabei“. In der „KÜS-Technik“ werden Innovationen aus dem Automobilbereich mit Simulationen bezüglich der Fahrzeugbelastungen getestet. Die „KÜS-Automotiv“e entwickelt hilfreiche Dienstleistungen für selbstständige Sachverständige. Zukünftig stehen auch die Themen Computersicherheit und der Ausbau der Kalibrierung von Messinstrumenten auf der Angebotsliste der KÜS. Mit „KÜS-Data“ besitzt das Losheimer Unternehmen jetzt ein zertifiziertes Hochleistungs- und Hochsicherungsrechenzentrum und bietet sowohl seinen Partnern als auch externen Kunden Rechendienstleistungen an.

 

Branchenforum: Innovationen im Live-Betrieb

Beim Branchenforum dabei war auch Daniela Neisius, Produktionsleiterin des Saarlouiser Montagewerks der Faurecia Innenraum Systeme GmbH. Sie kommt so oft es geht auf die Veranstaltungen des Branchenforums. Sie ist besonders an Innovationen interessiert, die sie im Livebetrieb noch nicht kennt sowie auf den produktiven Austausch mit anderen Unternehmen.